A211-1.8/26/03579
Der Lehrgang dient dem schulübergreifenden Austausch und der Planung von Festivals und Fortbildungen. Zu aktuellen Schwerpunktthemen werden Vorträge und Workshops angeboten. In Fachsitzungen werden die Veranstaltungskalender, Festivals, Fortbildungen, Schultheatertage und die Theatertage der Länder, die jeweiligen Aufführungen und Verbandssitzungstermine abgesprochen und zentral koordiniert. In Anwesenheit der Vertreterinnen und Vertreter des Staatsministeriums werden Zertifikate verliehen.
Die Tagung richtet sich thematisch aus am Fokusthema des Bundeswettbewerbs Schultheater der Länder in 2027 in Hamburg „Schultheater.Baustelle“.
Der Begriff der „Baustelle“ wird mehrperspektivisch in den Blick genommen. Dabei werden gesellschaftspolitische „Baustellen“ performativ und mit Mitteln des Theaters erforscht, thematisiert und vertieft. In der performativen Auseinandersetzung können künstlerische Zugänge erfahren und erprobt werden, Spielende zu Bauenden werden, Räume gestaltet, umgedeutet und gemeinsam theatral gestaltete Utopien für gesellschaftsrelevante Fragestellungen entwickelt werden.
Neben der thematischen Bearbeitung wird aber auch der Begriff der Baustelle auf seine formal-ästhetische Möglichkeiten hin untersucht. Wie kann eine Bühnensituation das Experiment einer „Baustelle“ widerspiegeln, welche Räume und Materialien sind geeignet? Und wie kann ggf. im Film eine „Baustellensituation“ bearbeitet werden?
Der Begriff der „Baustelle“ wird mehrperspektivisch in den Blick genommen. Dabei werden gesellschaftspolitische „Baustellen“ performativ und mit Mitteln des Theaters erforscht, thematisiert und vertieft. In der performativen Auseinandersetzung können künstlerische Zugänge erfahren und erprobt werden, Spielende zu Bauenden werden, Räume gestaltet, umgedeutet und gemeinsam theatral gestaltete Utopien für gesellschaftsrelevante Fragestellungen entwickelt werden.
Neben der thematischen Bearbeitung wird aber auch der Begriff der Baustelle auf seine formal-ästhetische Möglichkeiten hin untersucht. Wie kann eine Bühnensituation das Experiment einer „Baustelle“ widerspiegeln, welche Räume und Materialien sind geeignet? Und wie kann ggf. im Film eine „Baustellensituation“ bearbeitet werden?
Information zu den Workshops:
Die Workshops sind halbtägig, sodass nach Wunsch zwei belegt werden können. Die Wahl der Workshops erfolgt vor Ort.
Die Workshops sind halbtägig, sodass nach Wunsch zwei belegt werden können. Die Wahl der Workshops erfolgt vor Ort.
Workshop 1 - Yana Thönnes: BAustelle PArtizipation
Workshop 1
Yana Thönnes:
Baustelle Partizipation
Yana Thönnes:
Baustelle Partizipation
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Yana Eva Thönnes ist Regisseurin und Autorin. Sie studierte Philosophie und Kulturreflexion sowie Theaterregie. Von 2015 - 2017 war sie als Regieassistentin an den Münchner Kammerspielen in der Intendanz von Matthias Lilienthal engagiert und arbeitete in diesem Rahmen u.a. mit Toshiki Okada, Trajal Harrel, Felix Rothenhäusler, Britta Thie, Gob Squad und Wolfgang Tilmans zusammen. Von 2015 - 2022 war sie als künstlerische Co-Leitung, Dramatikerin und Regisseurin der Theater Company The Agency tätig, die ihre immersiven Installationen international tourte. Seit 2023 sind Yanas Arbeiten als Solo-Regisseurin und Dramatikerin an renommierten Stadt- und Staatstheatern wie dem Residenztheater München, Theater Freiburg, dem Neumarkt Zürich und der Schaubühne Berlin zu sehen. Ihre Arbeiten wurden zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen und mehrfach für das Theatertreffen nominiert. Zuletzt feierte ihr Stück „Call Me Paris“ auf der Biennale Venezia Premiere.
Ihre künstlerischen Recherchen führten sie nach Indien, Japan und in die USA. Seit 2018 hält Yana Thönnes Lehrtätigkeiten an verschiedenen Hochschulen im deutschsprachigen Raum wie etwa der AdBK München, AdBK Nürnberg, ZHdK und der UdK Berlin. Sie lebt in München. |
Anhand von Strategien des "Live Action Role Play“ (LARP) und des immersiven Theaters beleuchten wir im Workshop Baustelle Partizipation wie aktive Partizipation der Schüler*innen im künstlerischen Prozess erzielt werden kann - und wie wir das Publikum am künstlerischen Ergebnis partizipieren lassen.
In einem LARP entwerfen alle Teilnehmenden die Fiktion gemeinsam: eine Welt, die Charaktere, die Dramaturgie, die Spielregeln, das Ziel des Spiels. So fließen - unter der Leitung einer*s Game Master*s - viele Ideen in den Prozess ein und gestalten das künstlerische Ergebnis gemeinsam.
Wie können wir solche Strategien des Character Building und World Building für Schüler*innen gestalten und sie damit aktiv den künstlerischen Prozess gestalten lassen?
Gemeinsam entwerfen wir im Workshop ein LARP und erlernen die Strategien von Live Action Role Play und immersivem Theater. Wir testen unser LARP und besprechen Ergebnisse und mögliche Weiterentwicklungen. Anschließend diskutieren wir die Übertragbarkeit für den Prozess mit Schüler*innen.
In einem LARP entwerfen alle Teilnehmenden die Fiktion gemeinsam: eine Welt, die Charaktere, die Dramaturgie, die Spielregeln, das Ziel des Spiels. So fließen - unter der Leitung einer*s Game Master*s - viele Ideen in den Prozess ein und gestalten das künstlerische Ergebnis gemeinsam.
Wie können wir solche Strategien des Character Building und World Building für Schüler*innen gestalten und sie damit aktiv den künstlerischen Prozess gestalten lassen?
Gemeinsam entwerfen wir im Workshop ein LARP und erlernen die Strategien von Live Action Role Play und immersivem Theater. Wir testen unser LARP und besprechen Ergebnisse und mögliche Weiterentwicklungen. Anschließend diskutieren wir die Übertragbarkeit für den Prozess mit Schüler*innen.
Workshop 2 - Thomas Ritter: Baustellen in Bildern und Baustellen auf Bayerns Schulbühnen
Workshop 2
Thomas Ritter:
Baustellen in Bildern und Baustellen auf Bayerns Schulbühnen –
Vom Zauber des Vorbeigehens und Hin(ein)blickens
Thomas Ritter:
Baustellen in Bildern und Baustellen auf Bayerns Schulbühnen –
Vom Zauber des Vorbeigehens und Hin(ein)blickens
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Thomas Ritter ist Lehrer für Deutsch und Theater am Ernst-Mach-Gymnasium Haar. Hier arbeitet er mit zwei schulischen Theatergruppen. Daneben Tätigkeit als Lehrbeauftragter für Darstellendes Spiel an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Entwickler dokumentarischer Theater- und Performanceprojekte im Rahmen der Theaterwerkstatt Blickwechsel. (www.blickwechsel.theater) Unter anderem gestaltete er zusammen mit Farina Simbeck die Projekte „Spurensuche“ und dessen Nachfolger „Stimmen“ zur Euthanasie-Thematik in Haar bei München mit über 130 Aufführungen im Zeitraum 2017-2025. Seit 2018 Leitung des Theaterkollektives „Die Wolken“ in München. |
Im Workshop, dessen Titel in Teilen von Max Goldt übernommen wurde, beschäftigen wir uns mit alldem, was uns nebenbei begegnet, bruchstückhaft erscheint oder unvollendet entgegentritt (oder eben einfach als lästige morgendliche Baustelle den Weg zur Schule erschwert...).
Ausgangsmaterial sind dabei Fotografien in demselben Maße wie künstlerische Darstellungen. Wir prüfen, inwieweit solche Abbildungsversuche defektiver oder fragmentarischer Wirklichkeit Ausgangsmaterial für „vollendetes“ Schultheater sein können!
Dabei ist ein Dreischritt geplant:
1. Bild-Baustellen:
Anhand von ausgesuchten und ganz und gar dilettantischen Bildern (auch fotografiert vom Workshop-Leiter) setzen wir uns mit erkennbaren Mustern und Strukturen von Zäunen, Löchern, Baggern, etc. auseinander und entwickeln kreative und „bewegte“ Ansätze zur Anwendung im schulpraktischen Kontext.
2. Baustelle Kunst/Literatur:
In einem weiteren Schritt lassen wir Kunstwerke und Fotokunst auf uns einwirken, die entweder unvollendet blieb oder in sich eine erkennbare Offenheit trägt. Wir verzichten hierbei auf einen unmittelbar konkreten Zugang, sondern lassen uns von diesen Darstellungen inspirieren, die wir wiederum zum Fundament szenischer Entwicklungen machen.
3. Die Baustelle in uns:
In einem letzten Schritt gehen wir auf die Suche nach eigenen kleinen Baustellen, die wiederum anhand von Bildimpulsen anonymisiert verschriftlicht und szenisch bearbeitet werden. Keine Angst: Es geht nicht um Gruppentherapie und das kollektive Besprechen eigener „Lebensbaustellen“; vielmehr ist die Idee, dass gerade Misslungenes, Unfertiges oder Unvollendetes lohnender Ausgangspunkt für eindringliche Entwicklungen auf den Schulbühnen Bayerns sein kann!
Ausgangsmaterial sind dabei Fotografien in demselben Maße wie künstlerische Darstellungen. Wir prüfen, inwieweit solche Abbildungsversuche defektiver oder fragmentarischer Wirklichkeit Ausgangsmaterial für „vollendetes“ Schultheater sein können!
Dabei ist ein Dreischritt geplant:
1. Bild-Baustellen:
Anhand von ausgesuchten und ganz und gar dilettantischen Bildern (auch fotografiert vom Workshop-Leiter) setzen wir uns mit erkennbaren Mustern und Strukturen von Zäunen, Löchern, Baggern, etc. auseinander und entwickeln kreative und „bewegte“ Ansätze zur Anwendung im schulpraktischen Kontext.
2. Baustelle Kunst/Literatur:
In einem weiteren Schritt lassen wir Kunstwerke und Fotokunst auf uns einwirken, die entweder unvollendet blieb oder in sich eine erkennbare Offenheit trägt. Wir verzichten hierbei auf einen unmittelbar konkreten Zugang, sondern lassen uns von diesen Darstellungen inspirieren, die wir wiederum zum Fundament szenischer Entwicklungen machen.
3. Die Baustelle in uns:
In einem letzten Schritt gehen wir auf die Suche nach eigenen kleinen Baustellen, die wiederum anhand von Bildimpulsen anonymisiert verschriftlicht und szenisch bearbeitet werden. Keine Angst: Es geht nicht um Gruppentherapie und das kollektive Besprechen eigener „Lebensbaustellen“; vielmehr ist die Idee, dass gerade Misslungenes, Unfertiges oder Unvollendetes lohnender Ausgangspunkt für eindringliche Entwicklungen auf den Schulbühnen Bayerns sein kann!
Workshop 3 - Sascha Gratza: Der Raum Als Bild - Perspektivenwechsel "Vom MODELL zum Bühnenraum"
Workshop 3
Sascha Gratza:
Der Raum als Bild
Perspektivenwechsel „vom Modell zum Bühnenraum“
Sascha Gratza:
Der Raum als Bild
Perspektivenwechsel „vom Modell zum Bühnenraum“
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Sascha Gratza (*1977 in München), Innenarchitektin Dipl. Ing. (FH) und freiberufliche Bühnenbildnerin aus Regensburg. Sie arbeitete lange Jahre als Bühnenbildassistentin, Bühnenbildnerin und Ausstattungsleiterin an diversen Theatern. Seit 2015 arbeitet sie an der Staatlichen Berufsoberschule und Fachoberschule Straubing als Werkstattausbilderin im Praktikumsbereich in der Ausbildungsrichtung Gestaltung und konzentriert sich u.a. auf die Arbeit als Filmlehrerin. |
Was macht einen Raum zur Bühne? Wie gliedere ich meinen Raum und nach welchen Kriterien?
Wir untersuchen diese Fragen, lassen Räume entstehen und dekonstruieren sie wieder.
Stichwort Modulbaukasten: wie wenig brauche ich, um einen Raum zu definieren.
Die Beziehung von Mensch im Raum ist die logische Essenz.
Der Raum im Modell und die Möglichkeiten der Übersetzung sind spielerische Themen.
Licht, Sichten und Perspektiven werden als Spielmittel eingesetzt.
‚Nutze den Raum und mache ihn nicht zum Theater‘.
Wir untersuchen diese Fragen, lassen Räume entstehen und dekonstruieren sie wieder.
Stichwort Modulbaukasten: wie wenig brauche ich, um einen Raum zu definieren.
Die Beziehung von Mensch im Raum ist die logische Essenz.
Der Raum im Modell und die Möglichkeiten der Übersetzung sind spielerische Themen.
Licht, Sichten und Perspektiven werden als Spielmittel eingesetzt.
‚Nutze den Raum und mache ihn nicht zum Theater‘.
workshop 4 - Josef Mayerhofer: "Hollywood in a nutshell"
Workshop 4
Josef Mayerhofer:
„Hollywood in a nutshell“
Josef Mayerhofer:
„Hollywood in a nutshell“
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Geboren in Vilsbiburg/NdB. Beschäftigung schon als Schüler mit Video und Film. Studium Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik mit Schwerpunkt Kamera an der HFF München, Abschluss mit dem Spielfilm „Mischgebiet“. Seither Arbeiten als freier Kameramann und Regisseur vorrangig für dokumentarische Fernsehformate. |
Das Handy ist überall dabei und wir sind jederzeit innerhalb von Sekunden fähig, Bewegtbild aufzuzeichnen. Bildgestalterische Entscheidungen delegieren wir dabei an die Automatik und geben uns oft mit einer ungewollten bildästhetischen Zufälligkeit zufrieden. In diesem Workshop holen wir uns die Kontrolle zurück und erkunden die zahlreichen Möglichkeiten unserer Kinokamera in der Hosentasche.